Berichterstattung LIVE vom Yukon Arctic Ultra Marathon 2015

Tag 2 des Yukon Arctic Ultra – eine echte Prüfung für alle Athleten

Jörn Theissig ist noch im Rennen

Die gute Nachricht vorweg: Jörn Theissig ist noch im Rennen, er ist gesund und guten Mutes. Die auch für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche Kälte erfordert allerdings eine andere Strategie. In der ersten Nacht musste Jörn schon Temperaturen von unter -40 Grad meistern. Selbst im Arktis erprobten Schlafsack war es so kalt, dass an langen Schlaf nicht zu denken war. Also ist er einfach weitergelaufen um warm zu bleiben. Gegen 14 Uhr Ortszeit – 4 Stunden vor Zeitplan – kam er am zweiten Checkpunkt Dog Grave Lake mitten in der Wildnis des Yukon an. Dort wollte er zunächst 3 Stunden im geheizten Zelt  schlafen, um dann gemäß Rennplan den ganzen Abend weiter zu laufen.  Gegen 19 Uhr Ortszeit hat er sich dann entschlossen, die Nacht am Checkpoint zu bleiben. Das Risiko mit feuchten Kleidern in eine weitere Nacht mit -45° zu starten war ihm zu groß. Eine sehr vernünftige Entscheidung.

Durchdachte Ausrüstung – trotzdem erste Ausfälle

Bislang hat er dank durchdachter Ausrüstung und großer Disziplin Erfrierungen vermeiden können. Nicht allen Athleten ging es so gut. Es gibt bereits mehr als 10 Ausfälle, die meisten wegen Frostbeulen unterschiedlichen Grades.. Ein Athlet wurde per Helikopter evakuiert um seine Erfrierungen an Zehen und Fingern schnell zu behandeln. Es geht ihm zum Glück gut.

Streckenrekord in Sicht

Tag2LandschaftGanz vorne im Rennen sind eine Handvoll richtig schnelle Athleten unterwegs. Wider Erwarten sind die Mountainbiker nicht ganz alleine. Hanno Heiss aus Italien ist zu Fuss praktisch genau so schnell wie die beiden Mountainbiker Derek Crowe aus Kanada und Tim Sommers aus  Australien. Sie alle haben schon fast die doppelte Distanz von Jörn Theissig geschafft und sind auf dem Weg zu neuem Streckenrekord…. wenn sie ihr Tempo halten können und mit der Kälte zurecht kommen.

Weitere Informationen über das Rennen gibt es auf der Facebook Seite Yukon Arctic Spendenlauf.

Jörns Position im Rennen können Sie über das Live Tracking System verfolgen.

 

 

[VIDEO] Der Startschuss ist erfolgt….und der erste Tag lief richtig gut

Endlich – der Startschuss

Nach über einem Jahr der Vorbereitung war gestern der Tag X für Jörn Theissig…Startschuss zum Yukon Arctic Ultra Marathon. Bei ca -30° gingen um 10:30 Uhr Ortszeit knapp 80 Sportler auf den langen Weg….darunter auch einige „Kurzstreckenläufer“, die nach 26, 100 oder 300 Meilen ins Ziel kommen wollen.

Gute Bedingungen

Die Kälte hat den Schnee sehr griffig gemacht, so dass Jörn schnell Zeit gut machen konnte. Er kam fast zwei Stunden früher am ersten Checkpoint an als geplant und liegt damit im vorderen Drittel der Konkurrenz. Am Checkpoint gab es ein wärmendes Feuer, eine warme Suppe und heissen Tee. Nach ca 1 Stunde Aufenthalt ging Jörn dann wieder los um noch weitere 12 Kilometer zu laufen, bevor er gegen 22 Uhr sein kleines Zelt am Fluss aufbaute und sich in seinen Arktis erprobten Schlafsack legte. Otmar Debald hält Kontakt mit Jörn per Satellitentelefon und hat ihm noch eine angenehme Nachtruhe wünschen können. Lange wird diese aber nicht dauern…um 2 Uhr morgens soll es schon weiter gehen. Heute steht eine sehr einsame Strecke am sogenannten Dog Grave Lake [LIVE Tracking hier] an bevor es morgen dann wieder durch eine kleine bewohnte Siedlung gehen wird.

Das Rennen wird von der kleinen Gruppe der Mountainbiker angeführt. Der harte Schnee ist für sie idealer Untergrund. Der führende Derek Crowe aus Kanada hat bereits die doppelte Distanz der meisten Läufer geschafft.  Sein Plan war, die erste Nacht durchzufahren, während sich nahezu alle Läufer einen Schlafplatz gesucht haben. Die wenigen Langläufer im Feld sind übrigens etwa so schnell wie die Läufer.

Leider gab es auch schon gleich zu Beginn einige Ausfälle.

Ein Schweizer Teilnehmer musste schon nach 12 Meilen krankheitsbedingt aufgeben, ein französicher Läufer hatte sich im Training Frostbeulen geholt, so dass er erst gar nicht zum Rennen zugelassen wurde. Einige Läufer waren schon am ersten Checkpoint von der Kälte und der Anstrengung gezeichnet. Es herrschen weiterhin klirrend kalte Temperaturen und man sieht, dass viele unerfahrene Teilnehmer mit ihrer Ausrüstung und der Kälte Probleme haben…nicht mit ihrer Kondition.

Vor Ort

Wir werden von nun an täglich über den Rennverlauf in unserem Blog berichten. Otmar und Ingrid Debald vom Verein Projekt Schmetterling, sind vor Ort in Kanada und werden Jörn an den meisten Checkpoints persönlich treffen und berichten.

Video

Hier ein kleines Video direkt vom Start vom Yukon Arctic Ultra Marathon:

 

 

LIVE tracking – Jörn im Yukon Arctic Ultra 2015

Jörn trägt während des Laufes aus Sicherheitsgründen Tracking- und Alarmsysteme mit sich.  Das dient natürlich in erster Linie der Sicherheit der Läufer, aber wir Zuschauer profitieren auch davon. Die LIVE tracking Informationen sind jetzt freigeschaltet:

http://trackleaders.com/yukonultra15i.php?name=Joern_Theissig

Joern_Theissig_-_Yukon_Arctic_Ultra_2015_individual_history_by_trackleaders_com

Auf dieser Seite können wir alle den Fortschritt und den aktuellen Status von Jörn verfolgen.
Der Zeitunterschied beträgt -7 Stunden. Also, während wir gemütlich beim Abendessen sitzen, läuft Jörn gerade los.

 

Jörn Theissig ist im Yukon angekommen

In wenigen Tagen geht das Yukon Arctic Ultra Rennen los.

Nach fast 24 stündiger Reise ist Jörn Theissig Dienstag um Mitternacht Ortszeit in Whitehorse eingetroffen. Zum Glück kam auch die gesamte Rennausrüstung einschliesslich der Pulka in Whitehorse an. Jetzt können die Rennvorbereitungen also losgehen.

Die größte Unbekannte sind die Wetterverhältnisse. Der Januar hat mit unerwartet hohen Temperaturen begonnen. Was für uns ganz vorteilhaft erscheint, ist allerdings nicht ideal für diesen Sport, denn der Schnee ist viel zu weich und die Ufer des Yukons, an dem der Trail zu Beginn entlang führt, waren noch Anfang der Woche überschwemmt. Nun hat sich das Wetter binnen weniger Tage in das andere Extrem gekehrt…am Morgen nach seiner Ankunft hat Jörn knapp 32° unter null gemessen. Das hilft den Schnee und die Wasserpfützen zu verdichten…birgt aber Gefahren der Erfrierung für die Athleten. Gute Vorbereitung und durchdachte Ausrüstung ist also nochmal wichtiger.

Jörn ging deshalb gleich am ersten Morgen auf den Trail des Yukon Arctic Ultra um seine Ausrüstung zu testen. Anbei sind einige Aufnahmen der wunderschönen Landschaft und des Trails, auf dem das Rennen kommenden Sonntag verläuft.

 

Die ersten Runden um Whitehorse liefen prima…die Kleidung hält so warm wie nötig. Die lange Vorbereitung und Planung aller Eventualitäten zahlt sich nun aus. Es kann losgehen!

Einen Tag vor dem Start des Arctic Ultra beginnt übrigens das Hundeschlittenrennen des Yukon Quest, eines der drei bedeutendsten Rennen dieser Sportart. Die Läufer des Yukon Arctic Ultra Marathon und die Führer bzw. Fahrer des Hundeschlittenrennens werden am Donnerstag Abend ein gemeinsames Bankett haben. Dabei wird Jörn auch den Sieger des Hundeschlittenrennens der letzen beiden Jahre treffen. Wir werden in unserem newsletter ausführlich über diese Begegnung berichten.

Beste Grüße aus dem Norden Kanadas

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