Ernährung beim Yukon Arctic Ultra (YAU)

All you can eat – vor allem das, was in Deutschland „verboten“ ist

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Die Schokolade wird im Hotel direkt vor dem Lauf portioniert.

Die Ernährung ist beim YAU von enormer Wichtigkeit – von ihr kann unter Umständen der Erfolg oder Misserfolg des Laufs abhängen. Nach dem Regelwerk liegt die Verpflegung im Rahmen der Selbstversorgung grundsätzlich in der Eigenverantwortung aller Teilnehmer.

Zwar gibt es auf der 430 Meilen Distanz von Whitehorse nach Dawson City an den 10 zu absolvierenden Checkpoints jeweils eine warme Mahlzeit (meistens in Form einer Suppe) und den Athleten die Möglichkeit ihre Wasservorräte aufzufüllen, aber das reicht bei weitem nicht, um den täglichen Energieverbrauch von ca. 7.000 – 9.000 Kcal auszugleichen.

Fettreiche Ernährung

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Eine Tagesration an Stundenbeuteln

Um diesen enormen Energieverbrauch überhaupt erreichen zu können, ist meine Ernährung beim YAU sehr fetthaltig. Fett hat den Vorteil, dass es doppelt soviel Energie enthält wie Kohlehydrate und Eiweiß. In der extremen Kälte während des YAU wird ein Großteil der Energie für den Wärmehaushalt benötigt.

Da die Tage beim YAU sehr lang sind, ist eine gleichmäßige und dauerhafte Energiezufuhr während des Rennens insbesondere während der aktiven Laufphase äußerst wichtig. Aus diesem Grund bin ich gehalten bei ca. 15 Stunden Laufaktivität pro Tag stündlich Portionen (Stundenpackungen siehe Foto) zwischen 300 – 400 Kcal zu mir zu nehmen, ergänzend durch eine allabendliche hochkalorienreiche „Tütensuppe“. Ein stündlicher starker Vibrationsalarm an meiner speziellen Uhr zwingt mich zu einer regelmäßigen Nahrungsaufnahme. Um während dieser Prozedur nicht auszukühlen, mache ich nur sehr kurze Pausen bzw. esse im Laufen.

Erdnüsse, Cashewkerne, Schokolade

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4 kg Erdnüsse, nur für die letzte Tour

Wie anhand des Fotos zu erkennen ist, gönne ich mir tagsüber all die Köstlichkeiten, die in Deutschland für reichlich „Hüftgold“ sorgen würden, insbesondere: gesalzene Erdnüsse bzw. Cashewkerne, Schokolade, Rosinen und selbstgemachte Müsliriegel. Für etwas Abwechslung sorgt beispielsweise Parmesankäse, der aufgrund des geringen Wassergehaltes nicht so schnell gefriert. Möchte ich beispielsweise ein Snickers oder Mars zu mir nehmen, muss ich den Riegel ca. 1-2 Stunden vor Verzehr an meinem Körper auftauen; ein Zahnarzt ist im Yukon unter Umständen mehrere Hundert Meilen von der Laufstrecke entfernt.

Zudem werde ich zwei Wochen vor dem Lauf langsam meine Ernährung auf fettreiche Produkte umstellen, sodass sich mein Magen langsam an die spezielle Nahrung gewöhnen kann.

Flüssigkeitshaushalt: 6 Liter Wasser pro Tag

Neben der festen Nahrung ist aber auch auf einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt zu achten, um insbesondere eine Dehydration zu vermeiden. An einem Tag werden problemlos bis zu 6 Liter Trinkwasser benötigt. Aus diesem Grund werde ich neben einer Trinkblase am Körper (2,5 Liter) zusätzlich vier Thermoskannen mit heißem Wasser auf meiner Pulka mitführen. Hauptsächlich werde ich warmen Tee trinken.

Nahrungsergänzung

Eine Ergänzung bietet Peronin. 100g des Pulvers, welches aus mittelkettigen Triglyceriden besteht, wird mit ca. 400ml Wasser aufgegossen und sorgt für eine schnelle und dauerhafte Energiezufuhr, ohne das der Körper dadurch belastet wird. Wenn die einzelnen Checkpoints länger als eine Tageswanderung voneinander entfernt liegen, sind die Läufer dazu aufgefordert, tagsüber bzw. abends Schnee zu schmelzen, um Trinkwasser zu generieren. Eine Tätigkeit, die bei der Streckenplanung unbedingt mit eingeplant werden muss, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

 

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