Ein legendäres Etappenziel ist erreicht – bevor es in die „Hölle des Nordens“ geht.

Legendäre Lasagne

Über 50 km vom nächsten Dorf entfernt ist die einsame Pelly Farm das beliebteste Etappenziel beim Yukon Arctic Ultra. Die tief verschneite Strasse zur Farm bietet wunderschöne Ausblicke. Der Empfang  durch die Besitzer der kleinen Farm ist überaus herzlich. Die Athleten sitzen in dem kleinen Wohnzimmer und werden fürstlich bewirtet. Sie dürfen auch im Haus übernachten…was Jörn und einige andere gerne in Anspruch nehmen. Legendär ist die Lasagne, die die Hausherrin in großen Mengen für die Gäste bereithält.

Rodelspass in Kanada

Jörn war heute 13 Stunden unterwegs. Auf der hügeligen Strasse nach Pelly Farm ging es gut voran. Bergab hat Jörn zum erstenmal die Pulka als Rodelschlitten genutzt…wie man in dem Video sieht mit Erfolg und viel Spaß.

Erste körperliche Beeinträchtigungen bei Jörn

Die Sonne und die gute Stimmung mögen darüber hinweg täuschen, dass das Rennen weiterhin sehr anstrengend ist. Gut 450 km hat Jörn nun in 8 Tagen hinter sich gebracht. Die Fussgelenke schmerzen etwas, aber behindern ihn nicht beim Laufen. Heute sind weitere 4 Athleten ausgeschieden. In der Kategorie 430 Meilen Läufer sind nur noch 8 Teilnehmer im Rennen…von ursprünglich 19 gestarteten. Die schwierigste Phase des Rennens steht Jörn aber noch bevor. Von Pelly Farm führt die verbleibende Strecke ca 250 km durch völlige Einsamkeit. Diese „Hölle des Nordens“, die auch noch ziemliche Steigungen enthält, wird ihm alles abverlangen. Es gibt keine Übernachtungen mehr in Häusern…es gibt nur noch einen Checkpoint in der Wildnis…ein einfaches Zelt. Jörn wird also definitiv auf dem Trail übernachten müssen. Zum Glück bleibt das Wetter erträglich, mit maximal -15 Grad in den kommenden Nächten.

Die ersten sind schon da

Die Mountainbiker sind dieses Jahr die Gewinner. Der tief geforerene Schnee war der ideale Untergrund. Enrico Ghedoni hat heute Nachmittag das Rennen gewonnen und auch der zweite Derek Crowe ist schon im Ziel. Die beiden Läufer Hanno Heiss und Joel Casademont aus Spanien liegen bei 350 Meilen fast gleichauf. Sie dürften wohl am Dienstag Nachmittag hier in Dawson City einlaufen….vielleicht gibt es ja einen Endspurt. Wir werden berichten, denn Otmar und Ingrid Debald sind bereits in Dawson City und werden an der Ziellinie auf die Teilnehmer warten.

 

2 Kommentare
  1. Maria
    Maria says:

    Weiter so Jörn!
    In Gedanken feuern wir dich hier aus der Heimat täglich an! Go further…and never give up!!!

    Dazu fällt mir ein (aus Momo von Michael Ende):
    Der alte Straßenkehrer Beppo verrät seiner Freundin Momo sein Geheimnis. Das ist so:

    „Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.

    Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du?

    Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.

    Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.“

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  2. Tschoäna
    Tschoäna says:

    Durchhalten!!! Und immer schön die positiven Dinge genießen… So ne Schlittenfahrt kann nicht jeder machen – und die riesige Portion Lasagne haste dir verdient

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