Projektbeschreibung

Lickin’Boys “Keep on doing the right things”

Ein Ärzteteam steht unter Strom

Es sind nicht nur die Songs von Status Quo, Rolling Stones, U2, Bryan Adams, AC/DC, Queen und CCR, die die Konzertsäle der Lickin‘ Boyz füllen – es ist auch die Ansage, „wir spielen für einen guten Zweck“, die hinter jedem Auftritt steht und die Fans seit 6 Jahren begeistert. „Wir kosten nichts, sind aber nicht billig“ so Helmut Golke, Mitbegründer, Mitglied und Management der Ärzterockband.

Hinweis

Jörn Theissig und sein Yukon Arctic Spendenlauf Team nehmen am 11. April am Konzert der Ärzteband „Lickin Boys“ teil. Die Einnahmen des Konzerts gehen an den Verein Projekt Schmetterling e. V. Das ist eine gute Gelegenheit tolle Rock Musik zu hören und Jörn Theissig persönlich zu treffen…und all das für einen guten Zweck. Tickets für 19 € gibt es unter folgendem Link: http://www.frankfurtticket.de/inheventdetail.KONZERTE.konzerte.142347.11885 oder per email anmelden bei o.debald@verein-schmetterling.de (Karten werden dann an der Abendkasse hinterlegt).

Spätberufene, die es noch einmal krachen lassen. Familie, Karriere, Zeitmangel. Alle hatten Ihre Instrumente vor Jahren eingemottet. 3 – 5mal im Jahr werden die Arztkittel gegen das „Rockeroutfit“ getauscht und „abgerockt“. Allerdings füllt nicht gleich jedes soziale Engagement große Hallen. Es gehören auch Können und Professionalität dazu. Eine geglückte Kombination aller Komponenten bringen sie mit, die „Lickin‘ Boyz“. Sechs Jungs und ein Mädel rocken und röhren auf der Bühne, als würden sie nie anderes tun und zwar so, dass der Funke nach wenigen Minuten auf das Publikum überspringt und niemand im Saal die Beine stillhalten kann – so, wie es eben beim Konzert einer Rockband sein soll. Wenn mit „Rockin‘ all over the world“ die Party so richtig losgeht und Deep Purples „Smoke on the water“ ebensowenig fehlt wie „Highway to hell“ von AC/DC, ist man als Zuhörerin oder Zuhörer einfach nur Fan der Band. Ihre mitreißenden Benefizkonzerte sind regelmäßig ausverkauft, ohne Zugaben kommt die Band nie von der Bühne.

„Es geht nicht darum dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben zu geben“, sagt Manager Helmut Golke, seit Jahren selbst an Leukämie erkrankt. Er muss es wissen.
Tickets für 19,00 Euro können Sie direkt über buero@verein-projekt-schmetterling.de oder schoenef@uni-mainz.de bestellen (Bezahlung der Karten und Spenden für die Benefizveranstaltung bitte auf das Konto IBAN DE72 5007 0024 0013 9337 02 Stichwort: Rockkonzert) oder im Vorverkauf unter www.frankfurtticket.de erwerben.

Wir freuen uns darauf, den Abend gemeinsam mit Ihnen zu „rocken“.

KARTENBESTELLUNG: http://www.frankfurtticket.de/inheventdetail.KONZERTE.konzerte.142347.11885

oder per email anmelden bei o.debald@verein-schmetterling.de

Deine Unterstützung für Jörn – übernehme eine Meilenpatenschaft

Helft Jörn durch die Hölle des Nordens zu kommen.

Die letzten 130 Meilen sind für Jörn die schwersten. Es geht durch einsame Wildnis, es gibt keine Ortschaften, keine Häuser, keine Betten…und die Füße beginnen zu schmerzen. Leider hat er nur auf der Hälfte der verbleibenden Strecke Meilenpaten. Ich weiss, dass ihm diese persönliche Motivation der Paten sehr viel bedeutet. Er erwähnt immer wieder die Namen von Paten, für die er gerade gelaufen ist.
Wer noch eine Meile haben möchte, kann sie aussuchen. Die grün unterlegten Meilen sind noch nicht belegt. Wie eine Meilenpatenschaft funktioniert, erfahrt Ihr direkt hier (Klick).

Spenden für eine Meilenpatenschaft könnt Ihr direkt auf https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/yukon-arctic-spendenlauf-2015


Damit Jörn auch von Eurer Unterstützung erfährt schicke ich ihm den Namen jedes neuen Meilenpaten direkt per SMS auf sein Satellitentelefon (dazu bitte mich über FB benachrichtigen). Übrigens…man kann eine Meile auch als Gruppe, Team etc erwerben. Und denkt dran…mit einer Spende als Meilenpate helft Ihr doppelt: Ihr spornt Jörn zusätzlich an und Ihr helft krebskranken Menschen oder deren Familien eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Vielen Dank!
Otmar Debald. Verein Projekt Schmetterling e. V.

Jörn Theissig – Köpfe des Jahres HR Interview zum nachhören

Liebe Freunde des YAS,

wie berichtet hat der Hessische Rundfunk Jörn zu einem der Köpfe des Jahres 2015 gewählt. Neben so bekannten Persönlichkeiten wie Ulrich Tukur, Udo Lindenberg oder Christoph Waltz. Vor einigen Tagen wurde die Sendung ausgestrahlt….die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Jörn berichtet in dem Interview über den Yukon Arctic Ultra Lauf und was ihn so besonders schwer macht. Im zweiten Teil des Interviews geht es um Jörn´s Motive zur Unterstützung des Projektes Schmetterling und warum Psychoonkologie so wichtig ist. Anhören lohnt sich.

Wir freuen uns auch über Kommentare von Euch hier auf der Webseite (siehe unten) oder auf Facebook.

Vielen Dank dafür.

 

(Quelle: HR 1, Interview Länge 7:00 min.)

Was passiert eigentlich, wenn mir etwas passieren sollte?

Evakuierungsaktion mit Schneemobilen beim YAU

Evakuierungsaktion mit Schneemobilen beim YAU

Gute Vorbereitung

Der Veranstalter des Yukon Arctic Ultra (YAU), Robert Pollhammer, legt sehr viel Wert auf die Sicherheit seiner Läuferinnen und Läufer. So werden die Teilnehmer bereits im Vorfeld ausführlich über mögliche Gefahren sensibilisiert, die aufgrund der extremen Rennbedingungen (enorme Kälte; Wildnistrails; Non-Stopp-Rennmodus etc.) lebensbedrohlich werden können. Ferner muss jeder Teilnehmer vor dem Lauf eine ärztliche Erklärung vorlegen, dass aus medizinischer Sicht keine Einwände gegen eine Teilnahme bei diesem Rennen bestehen. Da diese Bescheinigung nicht älter als vier Wochen sein darf, habe ich meine Arztbesuche erst auf Mitte Januar terminiert.

Worst-Case-Szenarien einplanen

Bei dem diesjährigen YAU gehen ausschließlich Einzelteilnehmer an den Start. Aus diesem Grund sollte sich jeder Teilnehmer im Vorfeld über bestimmte Worst-Case-Szenarien (Einbruch im Wasser etc.) Gedanken machen und sich darüber im Klaren sein, welche entsprechenden Gegenmaßnahmen einzuleiten sind.

Vor Ort stehen zudem lokale medizinische Berater für das Rennen zur Verfügung, die jederzeit aufgrund von lebensbedrohlichen Situationen (Schneestürme, extreme Kälte etc.) eine Rennunterbrechung veranlassen können. In so einem Fall sind die Teilnehmer aufgefordert, am nächsten Checkpoint zu stoppen.

Notfall-Telefon und SPOT Gerät

Falls ich aus irgendeinem Grund unüberwindbare Probleme bekommen sollte, werde ich ein Satellitentelefon bei mir tragen, welches es mir ermöglicht, in der Wildnis Kanadas mit der Rennleitung bzw. mit dem nächsten Checkpoint in Kontakt zu treten.

Das SPOT-Gerät, über das ich rund um die Uhr geortet werde, kann eine wichtige Bedeutung zukommen. An diesem Gerät gibt es zwei Grundeinstellungen, die der Rennleitung darüber Auskunft geben, ob ich mich im Renn- oder Schlafmodus befinde. Wenn ich mir also ein paar Stunden Schlaf gönnen möchte, drücke ich eine bestimmte Tastenkombination, sodass sich niemand wundert, warum ich in klirrender Kälte ein paar Stunden an der gleichen Stelle verbringe. Sollte im Laufmodus ein mehrstündiger Aufenthalt an einer Stelle angezeigt werden, wäre dieses ein Anzeichen für ein eher laufuntypisches Verhalten.

Zusätzlich befinden sich an diesem Gerät zwei Tasten für absolute Notfälle. Die Aktivierung der „Help-Taste“, läuft direkt bei der Rennleitung auf, von wo aus die entsprechende Evakuierung bzw. Rettungsaktion dann unmittelbar eingeleitet wird. Die Einsätze werden jedoch nach Dringlichkeit priorisiert, d.h. es kann eventuell auch in einer unangenehmen Situation noch zu langen Wartezeiten kommen. Wenn beispielsweise nachts ein „Hilfe-Ruf“ abgesendet wird, kann es unter Umständen bis zum nächsten Morgen dauern, bis Hilfe bei dem Teilnehmer vor Ort eintrifft.

Hilfseinsätze können Stunden entfernt sein

Selbst bei Aktivierung der 911-Taste (zweite Taste für lebensbedrohliche Situationen) kann es unter Umständen Stunden dauern, bis die Rettungskräfte vor Ort eintreffen. Bei extremen Temperaturen kann es sogar sein, dass sich Rettungskräfte nicht auf den Weg machen, da Helikopter oder Schneemobile nicht funktionieren. Aus diesem Grund kommt der vorgeschriebenen Pflichtausrüstung und zusätzlicher Verpflegung für mindestens 48 Stunde eine besondere Bedeutung zu. Da eine Rettungs- bzw. Evakuierungsaktion in der Wildnis Kanadas sehr schnell sehr teuer werden kann, habe ich im Vorfeld eine entsprechende Expeditionsversicherung abgeschlossen, um die finanziellen Leistungen kompensieren zu können.

[VIDEO] Weihnachtsgrüße von Jörn

Jörn und das Team vom Yukon Arctic Spendenlauf senden ganz herzliche Weihnachtswünsche:

Ankunft in Whitehorse – Vorbereitungen zum Start

Was passiert eigentlich, wenn ich in Whitehorse gelandet bin?

In der Vergangenheit gab es für den einen oder anderen Teilnehmer des Yukon Arctic Ultra (YAU) bereits bei dem Flug in die kanadische Wildnis die erste zusätzliche Herausforderung in der Form, dass zwar der Teilnehmer jedoch nicht (zeitgleich) sein Gepäck in Whitehorse angekommen ist.

Daher ist dringend zu empfehlen, nicht auf dem letzten Drücker in der einstigen Goldgräbermetropole anzukommen.

Die Anschlussflüge von Vancouver nach Whitehorse liegen „glücklicher Weise zeitlich so günstig“, dass die Flieger gegen Mitternacht in Whitehorse landen. Kurz vor dem Start des legendären Hundeschlittenrennens, dem Yukon Quest, sowie am Folgetag des YAU stehen bei den ankommenden Fliegern mehr Leute vor der Ausgabe des Sperrgepäckschalters als vor dem normalen Laufband.

Bis zum Öffnen der Gepäckluke heißt es Daumendrücken, dass meine Pulka die lange Reise unbeschadet überstanden hat. Nachdem langsam Pulka für Pulka zum Vorschein kommen, gilt es dieses etwas unhandliche Gepäckstück zum richtigen Bus zu hieven, der mich auch hoffentlich zum richtigen Hotel fahren wird. Definitiv werde ich an diesem Tag direkt nach dem Einchecken todmüde ins Bett fallen.

An den restlichen Tagen vor dem Laufstart wird alles andere als Langeweile aufkommen; für Sightseeing-Touren und ausgedehnten Aufenthalten in gemütlichen Cafés ist so gut wie nicht zu denken.

Ich werde sämtlichen Einkaufsläden in Whitehorse meine Aufwartung machen, um reichlich Lebensmittel, Verpackungsmaterial für diese, mehrere Flaschen Benzin für den Kocher (zum Zubereiten von warmen Mahlzeiten sowie zum Schmelzen von Schnee um Trinkwasser zu generieren) sowie den einen oder anderen kleinen Ausrüstungsgegenstand zu erwerben, den ich trotz akribischer Planung in Deutschland irgendwie nicht auf der Packliste stehen hatte.

Aber auch eher männeruntypische Gegenstände wie Tampons – die beim Entfachen eines Lagerfeuers in Benzin getränkt optimal als Brandbeschleuniger fungieren – stehen auf meiner langen Einkaufsliste.

Wenn ich alle Lebensmittel beisammen habe, werde ich diese mit Hilfe einer Küchenwaage gleichmäßig auf 16 Stundenpackungen  pro Tag, bei einem Laufpensum von 13 Tagen also auf insgesamt 208 Packungen verteilen. Eine Tätigkeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und die ich am besten in der durch den Jetlag verursachten Wachphasen in der Nacht verrichtungsspezialisiert durchführen kann.

Abschließend darf ich alle Stunden- und sonstige Lebensmitteltüten mit meiner Startnummer versehen. Sollte auf dem Trail eine leere Tüte mit meiner Startnummer gefunden werden, werde ich disqualifiziert. Eine sehr umweltfreundliche und daher sinnvolle Rennregel!

Anschließend muss ich für drei Checkpoints Dropbags mit Lebensmittel, Batteriereserven, Ersatzkleidung und Benzinflaschen zusammenstellen, wobei sich die jeweiligen Mengenangaben nach den Distanzen zu den jeweils nächsten Checkpoints richten werden. Diese habe ich bereits in Deutschland vorberechnet.

Während dieser ganzen Vorbereitungsaktionen sind aber auch diverse Termine der YAU Vorbereitung zu beachten.

Zwei Tage vor dem Rennstart gibt es noch einen Trainingskurs, bei dem wichtige Hinweise auf das Überleben in der Natur unter den extremen Bedingungen im kanadischen Winter gegeben werden.

Letztendlich sind aber auch die Termine für 

  • den Ausrüstungscheck (Überprüfung des Schlafsystems bestehend aus Schlafsack, Matte, Biwaksack oder Zelt und dem Benzinkocker, sowie dessen Bedienung),
  • der Abgabe noch nicht eingereichter Formulare wie ärztliche Atteste
  • der Ausgabe von Startnummern und Kartenmaterial,
  • der Ausgabe der SPOT-Geräte inklusiv Briefing,
  • dem offiziellen Trail Briefing und
  • dem gemeinsamen Abschlussdinner für alle Teilnehmer und Helfer

 einzuplanen.

Für reichlich Abenteuervorfreude wird am 07.02.15 der Start des Yukon Quest sowie am 05.02.15 meine Teilnahme am Mushers-Dinner sorgen, bei dem die Startnummern des Yukon Quest verlost werden und die Gäste bei einem gemeinsamen Essen mit den Hundeschlittenführer, die in Kanada den Status von Nationalhelden haben, deren Abenteuergeschichten lauschen dürfen.

Nach diesem Terminhopping werde ich mich riesig freuen, wenn ich am 08.02.2015 um 10.29 Uhr an der Startlinie des YAU stehen darf und es nach weiteren 57 Sekunden endlich heißen wird: 3 …, 2 …, 1 … GO !!!! Mein 13-tägiges Abenteuer in der wunderschönen Wildnis Kanadas wird dann unwiderruflich beginnen …

 

[Video] Interview mit Jörn Theissig

Interview am 6. Dezember

Anlässlich des Geburtstagsfestes von Otmar hatten wir Gelegenheit, Jörn ein paar Fragen zu stellen.

Susanne: Im Moment sammelst Du ja Spenden für den Yukon Lauf und soweit ich jetzt mitbekommen habe ist der schon in 60 Tagen und unsere Internetcommunity ist immer sehr sehr interessiert, wie Du Dich vorbereitest. Also 60 Tage hört sich viel an, aber wie ist denn so Dein Alltag im Moment?

Jörn Theissig: Mein Alltag im Moment ist unwahrscheinlich geprägt auf der einen Seite vom Spendengelder generieren und damit ja auch sagen also hier, ich bin Otmar unwahrscheinlich dankbar, dass er hier auch den heutigen Tag in den Dienst der Allgemeinnützigkeit gestellt habt. Weil es ist nicht selbstverständlich, dass einer an seinem 60. Geburtstag sein ganzes Geld dem Verein „Projekt Schmetterling e.V.“ zur Verfügung stellt, für die psychoonkologische Betreuung von Krebskranken und deren Angehörigen einsetzt.

Ansonsten bin ich auch gerade noch so in der Hochphase meines Trainings. Ich bin heute wieder 25 Kilometer durch den Frankfurter Stadtwald gelaufen mit zwei Autoreifen im Schlepp. Das dient dazu, um die Rumpfmuskulatur zu trainieren, weil ich da oben meine ganze Ausrüstung auf einer Pulka, einem speziellen Ziehschlitten, durch Eis und Schnee mit mir führen muss. Also meinen Schlafsack, mein Zelt, meine Verpflegung, meine Wasservorräte. Alles, was ich halt brauche, um bei Temperaturen bis zu minus 50 Grad in der kanadischen Einöde im Februar, vom 8. Februar bis 21. Februar, überleben zu können.

Susanne: Das klingt ja schon wirklich sehr sehr anstrengend. Wie machst Du das parallel zu Deinem Job? Wie geht das?

Jörn Theissig: Viel Zeit bleibt da wirklich in der Tat jetzt nicht mehr übrig, weil alles, also mein beruflicher Alltag verlangt mich auch sehr. Deswegen nutze ich jede freie Zeit im Moment, um mich halt im Training sowohl körperlich als auch mental darauf vorzubereiten. Dem Mentaltraining kommt auch eine sehr hohe Bedeutung zu bei so einem Vorhaben, denn ich werde da 13 Tage in absoluter Isolation verbringen. Ich werde acht Stunden von den 16 Stunden am Tag in absoluter Dunkelheit laufen. Dafür muss man sich nicht nur logistisch und körperlich vorbereiten, sondern auch geistig vorbereiten.

Susanne: Das ist auch eine Frage, die uns immer mal wieder erreicht. Bist Du jetzt lieber auf solchen Geburtstagen, wo sehr viele Menschen sind, wo sehr viel Musik ist, wo viel gelacht wird, oder bist Du ein Mensch der Einöde?

Jörn Theissig: Ich denke, das ist die Balance. Also sowohl das eine als auch das andere ist für mich wichtig. Also hier heute Abend zum Beispiel erlebe ich unwahrscheinlich viel Zuspruch, unwahrscheinliche Motivation und das gibt mir da oben in den einsamen Stunden dann die Power, die ich brauche, um die Tiefphasen – und die werden definitiv kommen da oben – überwinden zu können.

Susanne: Ah okay. Wie sieht es denn Ernährungstechnisch aus? Also wie ernährt man sich denn da, wenn man den ganzen Tag läuft?

Jörn Theissig: Ernährungstechnisch – es wird ein Schlaraffenland für mich. Also ich darf da oben all das essen, was ich hier nicht essen darf.

Susanne: Das ist?

Jörn Theissig: Ich werde mich überwiegend von Fetten ernähren. Ich werde auch zwei Wochen vorher meinen Körper ein wenig daran gewöhnen. Also ich bin ja geheißen, da oben zwischen 7.000 und 9.000 Kilokalorien zu mir zu nehmen. Für einen Menschen mal nachvollziehbar, ich bin da geheißen pro Stunde 300 bis 400 Kilokalorien zu mir zu nehmen und abends noch eine kalorienreiche Tütensuppe, damit ich dieses Spannungsfeld aus der enormen Kälte, der körperlichen Anstrengung und der stetig steigenden Müdigkeit überhaupt in der Lage bin zu überwinden. Das heißt ich werde essen: gesalzene Erdnüsse, Cashewkerne, Schokolade, Parmesankäse. Parmesankäse hat gegenüber dem normalen Käse den Vorteil, dass der Wassergehalt geringer ist, das heißt er gefriert da oben nicht. Aber auch so was wie Mars und Snickers, allerdings muss ich die Riegel dann vorher so ein zwei Stunden an meinen Körper nehmen, weil die sonst tiefgefroren sind und am Yukon ist der nächste Zahnarzt teilweise Meilen entfernt. [siehe auch unseren Beitrag „Ernährung beim Yukon Arctic Ultra (YAU)„]

Susanne: Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Das hört wirklich wie ein Schlaraffenland an und außerdem ist es ja auch so, dass es ja dann immer leichter wird, weil Du wirst die Sachen ja essen und dann wird ja der Rucksack immer leichter.

Jörn Theissig: Es wird leichter, aber ich habe auch, an drei Checkpoints kann ich Drop Bags hinterlassen, wo ich die Möglichkeit habe, Batterievorräte, Nahrungsmittel, Ersatzteile und so zu postieren und dann kann ich meine alte gebrauchte Kleidung und das, was ich nicht mehr brauche dort entsorgen. Ich muss zum Beispiel auch jedes Nahrungsmittel mit meiner Startnummer versehen, denn sobald ich etwas Müll auf dem Trail hinterlasse, werde ich disqualifiziert und ich finde das ist auch im Hinblick auf Umweltschutz und so eine sehr gute Regel, der ich mich da gerne unterwerfen werde.

Susanne: Das klingt ja wirklich sehr spannend. Ja, vielen Dank, lieber Jörn und an die Internetcommunity: Wenn Ihr Fragen habt, schickt sie per E-Mail, per Chat, per Newsletterantwort und der Jörn ist wirklich sehr sehr begeisterter Läufer, wie Ihr es mitbekommen habt, und wird alle Fragen sehr gerne beantworten.

Jörn Theissig: Auf jeden Fall! Ich danke Dir. Tschüss.

Worte Helfen Heilen – Warum sich Jörn für krebskranke Menschen engagiert.

Jörn Theissig läuft im Februar 700 km durch Eis und Schnee, um Spenden für die psychoonkologische Behandlung von krebskranken Menschen zu sammeln. Warum ihn dieses Thema auch während des Laufens bewegt…darüber hat er vor einigen Wochen bei seinem Trainingslauf am Mainufer gesprochen. Er berichtet in folgendem kurzen Film auch über ein bewegendes Gespräch, dass er mit einer Krebspatientin hatte. Aus solchen Gesprächen und aus der Unterstützung der Spender zieht Jörn auch seine Motivation und das erforderliche Durchhaltevermögen. Jede Spende kommt übrigens zu 100 % bei den Patienten an. Jörn finanziert seinen Sport und die Teilnahme am Yukon Arctic Ultra selbst. Wenn Sie eine Meilenpatenschaft für 100 € übernehmen, geht der komplette Betrag in die Finanzierung von Psychoonkologen. Der Verein Projekt Schmetterling e. V. kann damit bereits ein ausführliches Gespräch eines Psychoonkologen mit einem Patienten bezahlen. Jede Meilenpatenschaft ermöglicht so eine konkrete Gesprächstherapie von Patienten oder die Beratung der Angehörigen.

 

 

Was passiert eigentlich, wenn ich abends im Yukon meinen Zeltplatz gefunden habe?

Nach einem langen Marathon-Tag

Nach einem langen Lauftag, also etwa 14-16 Stunden und 60 bis 65 km Strecke, sollte ich mich eigentlich glücklich  schätzen, wenn ich abends den Platz für das Nachtlager gefunden habe. Nicht aber beim Yukon Arctic Ultra, denn an Feierabend ist dann lange noch nicht zu denken.

Je nach Streckenabschnitt kann es sein, dass die Arbeit unter Umständen erst so richtig losgeht. Bevor im losen Schnee das Zelt überhaupt aufgebaut werden kann, muss ich zuerst mit Einsatz der Schneeschaufel bzw. Schneeschuhe einen festen Untergrund für das Zelt planieren. Vor dieser Maßnahme bin ich gut beraten, mir zuerst eine dicke Daunenjacke überzuziehen, da durch den Übergang vom Laufmodus in die inaktive Phase die Gefahr groß ist, schnell auszukühlen.

Zeltaufbau

Der Zeltaufbau sollte zügig vorangehen, so dass ich schnell in den windgeschützten Bereich des Zeltes schlüpfen kann. Handgriffe, die bei einem Zeltaufbau im Sommer problemlos zu bewältigen sind, können in Dunkelheit und mit dicken Handschuhen zu einer echten Herausforderung werden. Wenn ich beispielsweise die glatten Zeltstangen unter Spannung in die dafür vorgesehenen Ösen stecken möchte, glitschen sie schon mal gerne durch die Handschuhe und mit einem kleinen Fluchen wird der nächste Versuch unternommen.

Sobald das Zelt steht, muss die Daunenmatte aufgepumpt und der Daunenschlafsack aus dem Kompressionssack befreit werden. Sobald sich die Daunen des Schlafsackes etwas ausgebreitet haben, hat der Schlafsack ein Volumen angenommen, welches das Zelt schon fast zur Hälfte füllt.

Auf meiner Pulka habe ich zudem immer extra Säcke gelagert, die ausschließlich für den abendlichen Bedarf im Zelt bestimmt sind, da es in der Dunkelheit und Kälte nicht gerade erheiternd ist, sich die notwendigen Utensilien einzeln aus mehreren Säcken zusammen zu suchen.

Wenn ich dann in das Zelt gekrochen bin, entledige ich mich meiner Laufklamotten, ziehe einen „Schlafanzug“ an und kuschele mich in meinen Daunenschlafsack.

Vorbereitung für den nächsten Tag

In der Apsis des Zeltes bzw. vor dem Zelteingang bereite ich dann meinen Benzinkocher vor, um mir meine Abendessen zu kochen. Je nach Streckenabschnitt kann es sein, dass ich abends zusätzlich noch einige Liter Schnee schmelzen darf, um Trinkwasser für den Folgetag zu generieren. Insgesamt könnte ich für meinen Camelback (Trinkblase) und die vier Thermoskannen 6,5 Liter Wasser vorbereiten.

Diese Prozedur nimmt einige (nervtötende) Zeit in Anspruch, bei der die Augen schon gerne mal zufallen, da ich nach einem langen Lauftag eigentlich nur noch das Bedürfnis auf einen schnellen Schlaf habe.

Sobald ich meine Küche geschlossen habe, packe ich alle Gegenstände in den Schlafsack, die ich am nächsten Morgen ungern tiefgefroren erleben möchte, d.h. die komplette Kleidung, Schuhe, Trinkblase, Herzstück des Benzinkochers, Satellitentelefon, Desinfektionsmittel etc. werden im Schlafsack die wohltuende Wärme mit mir teilen dürfen.

Der Schlafsack

Damit es richtig gemütlich wird, packe ich mich zusätzlich in einen Plastikschlafsack, einem sogenannten VBL-Schlafsack (Vapor-Barrier-Liner; übersetzt: Dampfsperre) und damit in den Daunenschlafsack. Hierdurch verhindere ich, dass die 0,5 bis 1 Liter Kondensflüssigkeit, die jeder menschliche Körper pro Nacht von sich gibt, direkt in die wärmende Daune des Schlafsackes gelangt. Über einen Zeitraum von 12 Nächten könnte sich das angesammelte Kondenswasser negativ auf die Wärmeisolierung des Schlafsackes auswirken.

Aufstehen und weiter in den nächsten Marathon-Tag

Wenn ich morgens – natürlich gefühlt immer viel zu früh – durch einen starken Vibrationsalarm meiner Uhr unsanft aus dem Schlaf gerissen werde und  in meinen nunmehr etwas klammen Schlafanzug aufwache, ziehe ich diesen aus, hänge ihn kurz zum Gefrieren außerhalb des Zeltes auf, um ihn anschließend mit einer etwas härteren Haushaltsbürste nach ein paar Minuten von Eis und Schnee zu befreien. Nach diesem Gefriertrocken ist der Schlafanzug bereit für die nächste Nacht. Nachdem ich den ganzen Krempel am nächsten Morgen in klirrender Kälte aus dem Zelt wieder in die Pulka geräumt habe, baue ich zuletzt das Zelt ab und freue mich auf den folgenden Abend, an dem das ganze eben beschriebene Prozedere von vorne beginnt …

NEU: Unsere Facebook Seite ist gestartet

Ganz neu und aktuell: Unsere Facebook-Seite ist gestartet!

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